Gerüst am Haus - Die Einbruchsgefahr steigt

In Mehrfamilienhäuser dringen Einbrecher meist in den unteren Stockwerken über die Wohnungstüren, Fenstertüren oder Fenster ein. Wohnungen in Obergeschossen sind für Einbrecher eher unattraktiv, da im Treppenhaus die Gefahr besteht, entdeckt zu werden. Ein Einbruch muss schnell über die Bühne gehen.

Die Lage kann sich ändern, wenn ein Gerüst am Haus steht. Wird zudem eine Gerüstplane gespannt, sind plötzlich alle Stockwerke unbemerkt erreichbar. Den Hausratversicherer interessiert das sehr. Kommt es zu einem Einbruchsdiebstahl, ersetzt die Hausratversicherung das entwendete oder beschädigte Inventar zum Neuwert. Doch was viele Versicherungsnehmer nicht wissen, ist, dass sie auch Pflichten gegenüber dem Versicherer haben, damit dieser im Schadensfall überhaupt zahlt. Im Klartext bedeutet dies, dass bereits bei der Antragstellung die Angaben wahrheitsgemäß erfolgen müssen. Schließlich schätzt der Versicherer anhand der Angaben das Risiko ein. Und: Ändert sich etwas am Versicherungswert oder der Gefahrenlage, muss dies dem Versicherer gemeldet werden.

Beispiel Baugerüst und Hausratversicherungsschutz

Der Versicherer fragt im Antrag zur Hausratversicherung nicht nach einem Baugerüst, da dies nur vorübergehend im Rahmen von Reparaturen oder Sanierungen aufgestellt wird. Doch ein Gerüst am Haus erhöht die Einbruchsgefahr. Entsteht tatsächlich ein Einbruchsdiebstahlschaden und der Versicherer wusste nichts davon, kann er die Leistung mindern oder verweigern. Eine vorherige Meldung hingegen ermöglicht dem Versicherer, das Risiko neu zu bewerten und bei Bedarf den Beitrag anzupassen. In der Praxis kommt es allerdings selten zur Beitragsanpassung.

Meldepflicht, Informationspflicht und Mitwirkungspflicht

Damit der Versicherungsschutz nicht gefährdet wird, müssen Versicherungsnehmer vor Vertragsabschluss, während der Vertragslaufzeit und im Schadensfall Auskünfte erteilen. Die sogenannten Obliegenheiten ermöglichen dem Versicherer, Beitrag und Leistung richtig zu berechnen. Die Gemeinschaft aller Versicherten wird so gleich behandelt und niemand benachteiligt.

Die wichtigsten Meldepflichten im Überblick

Das Gerüst am Haus wird irgendwann wieder abgebaut und in den allermeisten Fällen ist nichts passiert. Dann bleibt auch der Versicherungsschutz unberührt. Anders ist es bei Veränderungen, die langfristiger sind. Folgende Ereignisse sollten unverzüglich gemeldet werden: ein Umzug, Ein-, Um- oder Anbauten, Neuanschaffungen oder ein Erbe von höherem Wert oder auch neue Familienmitglieder. Dazu zählen auch Haustiere.

Natürlich wissen die Versicherer, dass Meldepflichten nicht immer bekannt sind. Deshalb gibt es die sogenannte Vorsorgeversicherung: Bis zur nächsten Beitragsrechnung sind viele Veränderungen zunächst beitragsfrei mitversichert. Doch spätestens mit Erhalt der Rechnung wird daran erinnert, Änderungen zu melden. Eine gute Gelegenheit, den Versicherungsschutz überprüfen zu lassen. Vielleicht bietet ein neuer Tarif umfangreichere Leistungen.

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