Ein Tag mit Wasser, Spargel und Stroh
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Unsere diesjährige Tagestour führte 34 Haus & Grund Mitglieder ins idyllische Bruchhausen-Vilsen und nach Twistringen.
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Bei Vilsa-Brunnen, ein Familienunternehmen seit der Gründung im Jahre 1909, wurden wir bereits erwartet. Vom natürlichen Mineralwasser bis hin zu den neuesten Wellness-Produkten standen unzählige Flaschen zur Verkostung auf den Tischen. Unter fachkundiger Erläuterung der einzelnen Produkte tranken wir uns durch das Sortiment.
So gestärkt starteten wir unseren Rundgang durch die Produktion. Ca. 330 Millionen Flaschen pro Jahr werden hier abgefüllt. Hauptprodukt mit einem Anteil von ca. 80% ist das natürliche Mineralwasser, deren Quelle im Jahre 1909 in 100 Meter Tiefe entdeckt wurde. Das Mineralwasser erfüllt höchste Ansprüche an Geschmack und Reinheit, das einer ständigen Kontrolle unterliegt. 320 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in der Verwaltung, Labor, Qualitätskontrolle, Bereitstellung des Leergutes, Säuberung und Wiederbefüllung sowie für den Fuhrpark von 15 eigenen Lkw’s tätig. Produziert wird im 3- bzw. 4-Schichtsystem. Die technisch hochmodernen Abfüllanlagen werden pro Schicht von 5 Mitarbeitern kontrolliert. Eine technische „Wundermaschine“ ist der sog. „Schnüffler“, die in der Lage ist, im Glas- und Kunststoff-Leergut bis zu 300 verschiedene Gerüche zu erkennen und dann dafür sorgt, dass diese Flaschen aus der Produktion genommen werden.
Was haben wir alles gelernt bei diesem Rundgang:
- Immer den Schraubverschluss auf die Flasche drehen
- eine 1-Liter-Kunstflasche (PET) wird ca. 30 mal, eine Glasflasche ca. 40-50 mal wiederverwendet
- niemals in PET-Flaschen etwas anderes als Mineralwasser füllen, denn dadurch wird sie unbrauchbar, da PET den Geschmack annimmt
- das Etikett wird bei PET-Flaschen übergezogen, bei Glasflaschen aufgeklebt.
Nach 2 Stunden Rundgang und Verkostung der flüssigen Nahrung stand anschliessend die feste Nahrung in Form eines köstlichen Spargelessens im Restaurant Dillertal auf dem Programm.
Ein weiterer Höhepunkt unserer Tagestour erwartete uns in Twistringen im Museum der Strohverarbeitung, das mit viel ehrenamtlichem Engagement in den 90er Jahren aufgebaut und 1998 eröffnet wurde. Herr Benecke, einer von vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern des Museums, führte uns durch das Museum, das in einer ehemaligen Scheune, die neu aufgebaut bzw. saniert wurde, beheimatet ist.
Um 1700 begann die Geschichte des Strohs in Twistringen, das sich bis Mitte 1950 zum führenden Standort der Strohverarbeitung herausmachte. Die seinerzeitigen Hauptprodukte waren aus Strohgeflechten hergestellte Hüte, die Verpackungshülsen für Glasprodukte sowie Strohtrinkhalme, die zum größten Teil auch in Heimarbeit hergestellt wurden. Mit dem Beginn der Verwendung von synthetischem Material in den 60er Jahren nahm die Strohverarbeitung ihren Niedergang. Heute wird nur noch in wenigen Firmen das mähdreschergeerntete Kurzstroh zur Herstellung von Mattenprodukten verwendet. In geringer Zahl werden auch noch Flaschenhülsen hergestellt. Weitere Verwendung findet Stroh heute noch bei Drainagerohrummantelungen, Strohkernmatratzen und beim ökologischen Bauen mit einem Lehm/Strohputz.
Wir ließen uns aber wieder in die „gute alte Zeit“ versetzen und eine Dame aus dem Förderverein nähte vor unseren Augen einen Strohhut. Hierfür wurde im Vorwege Stroh geflochten in ca. 1 cm breite Streifen und dann angefeuchtet. Nur so können die Strohgeflechte mit einer speziellen Nähmaschine zusammengenäht werden. Es dauerte keine 5 Minuten und schon war ein schöner Damen-Strohhut fertig. Natürlich fand sich dafür zum Sonderpreis sofort eine Abnehmerin.
Nach diesen vielen interessanten Eindrücken stand wieder eine Stärkung in Form von Kuchen und Kaffee auf dem Programm und dann ging es gestärkt in den Verkaufsraum, denn die vielen schönen Strohhüte, Kappen, Körbe und noch vieles mehr hatten es uns am Anfang des Besuches schon angetan. Es kam wie es kommen mußte: fast jeder von uns wurde fündig und etwas aus Stroh erinnert uns jetzt an unseren schönen Wasser-Spargel-Stroh-Tag. |