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Müslimotten im Anmarsch

So manch einer erlebt eine böse Überraschung, wenn er aus dem Urlaub nach Hause kommt: In der Küche krabbeln kleine Raupen buchstäblich die Wände hoch. Außerdem sitzen unscheinbare Falter an der Wand. Die nach hinten zusammengelegten Flügel weisen sie als Nachtfalter aus. Das bedeutet Mottenalarm.

 

Dabei handelt es sich wahrscheinlich nicht um die bekannten Kleidermotten, sondern um sogenannte Lebensmittelmotten. Davon gibt es mehrere Arten. Die Falter sind meist ein bis eineinhalb Zentimeter lang und graubraun mit einigen Punkten oder Flecken, oder ihre Vorderflügel sind hell und haben ein rötlichbraunes Ende. Bevor die Larven an den Wänden auffallen (wo sie einen Platz zum Verpuppen suchen), treiben sie ihr Unwesen im Vorratsschrank. Dort befallen sie alle möglichen Vorräte wie Haferflocken, Reis, Mehl, Trockenfrüchte, Nüsse, getrocknete Pilze, Kräutertees, Schokolade usw.

Bemerkt wird ein Befall meistens daran, dass betroffene Vorräte zusammenklumpen und von feinen Gespinsten durchzogen sind. Die ersten Larven, die aus den Motteneiern schlüpfen, sind winzig klein, deshalb werden sie meist nicht entdeckt. Aus diesem Grund kommt es am häufigsten durch Einschleppen zu einem Befall, das heißt mit eingekauften Lebensmitteln, die bereits befallen waren. Da die Motten fliegen können, ist es aber auch möglich, dass sie durch geöffnete Fenster eindringen, in den Küchenschrank gelangen und dort ihre Eier ablegen.

 

Wird ein Lebensmittelmotten-Befall festgestellt, so bleibt nichts anderes übrig, als den ganzen Vorratsschrank auszuräumen, alle Vorräte auf einen Befall hin zu kontrollieren und befallene Lebensmittel zu entsorgen. Im Zweifelsfall kann das der gesamte Inhalt des Vorratsschrankes sein. Bevor der Schrank wieder eingeräumt wird, sollte er gründlich gereinigt werden. Wer jetzt zu Wassereimer und Wischlappen greift, meint es zwar gut, tut aber das Falsche. Da zusätzliche Feuchtigkeit die Entwicklung von Motteneiern und -larven fördert, ist es besser, auf eine Nassreinigung zu verzichten. Stattdessen sollte lieber der Staubsauger mit der Fugendüse zum Einsatz kommen.

Als wichtigste vorbeugende Maßnahme kann nur empfohlen werden, nach jedem Einkauf alle Lebensmittel in dicht schließende Behältnisse umzufüllen. Das können Kunststoffdosen oder Gläser mit einer Gummidichtung im Deckel sein. Papier- oder Zellophantüten bieten den Mottenlarven keinen Widerstand. Sind die Lebensmittel einzeln mottensicher verpackt, so bietet dies nicht nur einen wirksamen Schutz vor zufliegenden Motten, sondern bei einem eingeschleppten Befall ist gewährleistet, dass dieser sich nicht auf andere Lebensmittel ausbreiten kann. So muss nicht gleich der gesamte Inhalt des Vorratsschrankes entsorgt werden, wenn wieder einmal Mottenlarven im Müsli gefunden werden.

 

Weitere Informationen zu Lebensmittelmotten und anderen Schädlingen im Haus erhalten Sie Montags, Mittwochs und Donnerstags in der Zeit von 10:00 bis 16:00 Uhr beim Verein für Umwelt- und Arbeitsschutz e. V. (VUA), Faulenstr. 31, unter der Telefonnummer 70 22 03. Dort können Sie unbekannte "Untermieter" auch identifizieren lassen. Sie erhalten Auskunft über die Art der Tiere und über giftfreie Bekämpfungsmöglichkeiten.

 

Michael Ruhnau,

Dipl.-Biologe

 

 

 

 

 

Freitag, 30.07.2010
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