Am liebsten mausetot
Der Sommer ist vorbei, und wer möchte jetzt noch draußen übernachten? Das scheint auch manch kleinem Vierbeiner durch den Kopf zu gehen, und so sucht er sich ein trockenes, warmes Plätzchen im Haus - nicht gerade zur Freude der rechtmäßigen Hausbesitzer. Gerade zu Beginn der kühleren Jahreszeit scheinen Mäuse verstärkt in Gebäuden aufzutauchen.
Das mag daran liegen, dass tatsächlich (zumindest im Stadtrandbereich) die eine oder andere freilebende Maus ihr Winterquartier in menschlichen Behausungen aufschlägt. Allermeist handelt es sich jedoch um Hausmäuse, die Zeit ihres Lebens im engen Umfeld des Menschen verbringen. Manch einer mag die kleinen Gesellen mit den Knopfaugen possierlich finden, doch für die meisten dürfte feststehen: die Maus muss raus!
Dafür gibt es gute Gründe, denn Mäuse fressen nicht nur Vorräte und Futtermittel an oder machen sie durch ihre Ausscheidungen unbrauchbar, sondern zerstören durch ihre Nagetätigkeit und Nestbau-Aktivitäten Elektrokabel, Isoliermaterialien oder sonstige Baustoffe. Nicht zu unterschätzen ist auch ihre Rolle als potentielle Keimüberträger. Ist das Futterangebot gut und reichlich Unterschlupf vorhanden, dann sind Mäuse ausgesprochen fruchtbar: ein Mäuseweibchen kann fünf- bis achtmal im Jahr sechs Junge zur Welt bringen, unter optimalen Bedingungen auch 12. Wird eine einzelne Maus gesichtet, ist also damit zu rechnen, dass sie nicht allein ist, sondern eine ganze Großfamilie dabei hat.
Handelt es sich nur um wenige Exemplare, kann man es zunächst einmal mit dem Aufstellen von Fallen versuchen. Mäuse sind sehr neugierig und naschen gern von neuen Futterquellen. Das wird ihnen leicht zum Verhängnis. Da ihnen jedes Misstrauen zu fehlen scheint, gehen sie durchaus nacheinander in dieselbe Falle - anders als Ratten, die eine Falle sofort meiden, wenn erst einmal eine darin gefangen worden ist.
Eines ist beim Fallenfang allerdings zu beachten: Mäuse sind Vegetarier. Vergessen Sie also den Käse als Köder. Verwenden Sie statt dessen altes Brot, dem können Mäuse nicht widerstehen. Manche schwören auch auf Erdnussbutter oder Rosinen. Wichtig ist weiterhin, die Fallen nicht in die Mitte des Raumes zu stellen, sondern immer an der Wand lang, denn dort bewegen sich auch die Mäuse.
Doch alles Wegfangen bringt auf die Dauer nichts, wenn eine erneute Zuwanderung nicht verhindert wird. Solange Nahrung und Unterschlupf geboten werden, rücken sofort die nächsten Mäuse nach, um die frei gewordenen Reviere zu besetzen. Wichtig ist also das Abdichten aller Durchschlüpfe und Spalten, wobei man beachten muss, dass junge Mäuse selbst durch Löcher mit einem Durchmesser von 7 mm kommen.
Ist der Mäusebefall so stark, so dass der Fang mit Fallen aussichtslos erscheint, sollte die Hilfe eines sachkundigen Schädlingsbekämpfers in Anspruch genommen werden. Aber auch in diesem Falle gilt: die Mäuse bleiben nur dauerhaft weg, wenn ihnen der Zugang zu Nahrung und Nistmöglichkeiten genommen wird.
Weitere Informationen zu Mäusen und anderen Schädlingen im Haus erhalten Sie Montags, Mittwochs und Donnerstags in der Zeit von 09:00 bis 15:00 Uhr beim Verein für Umwelt- und Arbeitsschutz e. V. (VUA), Faulenstr. 31, unter der Telefonnummer 70 22 03. Dort können Sie unbekannte "Untermieter" auch identifizieren lassen. Sie erhalten Auskunft über die Art der Tiere und über giftfreie Bekämpfungsmöglichkeiten.
Michael Ruhnau,
Dipl.-Biologe
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