Ach, du kriegst die Motten!
Über "Müslimotten", also Falter, die vor allem die Küche und den Vorratsraum bevölkern, ist an dieser Stelle bereits berichtet worden. Heute soll es um die Feinde der Kaschmirpullover, Pelzmäntel und Wollteppiche gehen: Kleidermotten.
Die meisten werden sie kennen oder zumindest schon einmal von ihnen gehört haben. Jedes Loch im Wollpullover macht Kleidermotten zu den Hauptverdächtigen, obwohl es auch andere Textilschädlinge im Haus gibt. Dabei wissen erstaunlich viele Menschen gar nicht so genau, wie Kleidermotten im Detail aussehen. Kein Wunder, denn die kleinen, silbrig-beigen Falter sind unscheinbar und nur Nachts aktiv. Den Tag verbringen sie mit nach hinten zusammengelegten Flügeln wie ein kleiner Strich irgendwo an der Wand.
Die Motten selber sind gar nicht das Problem. Ihre Larven sind es, die Wolle, Haaren und Federn, also allen keratinhaltigen Fasern, zu Leibe rücken. Dabei sind besonders solche Textilien in Gefahr, die längere Zeit nicht bewegt werde. Vorsicht also bei den Winterpullovern, die den Sommer über unbeachtet im Schrank liegen. Findet man an ihnen Löcher und womöglich kleine Gespinströhren, dann besteht Kleidermottenverdacht.
Was aber tun mit Kleidungsstücken, die nicht regelmäßig getragen werden? Wichtig ist, dass solche Textilien mottensicher verstaut werden, also in dicht schließenden starken Plastikbeuteln. Mottenweibchen legen ihre Eier in der Nähe potenzieller Nahrung ab, damit die Larven nach dem Schlüpfen gleich mit Nahrung versorgt sind. Duftsäckchen mit Lavendel oder Zedernholzblöcke haben eine gewisse abwehrende Wirkung gegen Motten - vollständig darauf verlassen sollte man sich aber nicht.
Die Entwicklung und Vermehrung von Motten ist temperaturabhängig. Daher sind die Falter vor allem im Sommer aktiv und können in dieser Zeit auch von draußen zufliegen. Im Winter findet meist keine Vermehrung statt, obwohl sie in unseren zentralgeheizten Wohnungen im Prinzip das ganze Jahr möglich ist. Sind erst einmal Motten da, so gilt es, die Quelle des Befalls zu finden: irgendwo im Haus muss es ein Textil geben, in dem sich die Motten vermehren konnten. Gelingt es, dieses zu finden und zu vernichten, so bekommt man das Problem in den Griff.
Gute Dienste leisten Lockstoff-Fallen, die in Drogeriemärkten oder im Naturkosthandel erhältlich sind. Solange noch Motten "auf den Leim gehen", sind auch noch welche in der Wohnung aktiv. Als alleinige Maßnahme zur Bekämpfung taugen allerdings auch diese Fallen nicht, denn auf ihnen fangen sich nur die Männchen.
Weitere Informationen zu Kleidermotten und anderen Schädlingen im Haus erhalten Sie Montags und Donnerstags in der Zeit von 10:00 bis 16:00 Uhr sowie Mittwochs von 13:00 bis 16:00 Uhr beim Verein für Umwelt- und Arbeitsschutz e. V. (VUA), Faulenstr. 31, unter der Telefonnummer 70 22 03. Dort können Sie unbekannte "Untermieter" nach telefonischer Absprache auch identifizieren lassen. Sie erhalten Auskunft über die Art der Tiere und über giftfreie Bekämpfungsmöglichkeiten.
Michael Ruhnau,
Dipl.-Biologe
|