Haus & Grund Klartext

Im folgenden finden Sie die Haus & Grund Meinung zu "dies und das" aus den Bundes- und Länderparlamenten sowie aus den Bremer und Bremerhavener "Amtsstuben".

Blick in die Wahlprogramme

Mehr als Eigentumsförderung?

Die beiden Kanzlerkandidaten Dr. Angela Merkel und Martin Schulz legen in Gastbeiträgen für unsere Mitgliederzeitschrift dar, welche Wohnungspolitik private Eigentümer unter ihrer Kanzlerschaft zu erwarten haben. Beide legen den Schwerpunkt auf die Förderung von Wohneigentum. Dies ist aus Sicht von Haus & Grund Deutschland zu begrüßen, auch wenn die Gestaltung der einzelnen Maßnahmen noch offen ist und eine Bewertung einer genauen Prüfung vorbehalten bleibt.

Wichtig wäre jedoch auch zu erfahren, welche weiteren Ideen die Parteien mit Wirkung für private Eigentümer und vor allem für private Vermieter haben. Der Blick in die Wahlprogramme zeigt die Unterschiede. Als einzige Partei will die FDP die Mietpreisbremse abschaffen. CDU und CSU äußern sich nicht zur Mietpreisbremse, wollen also anscheinend beim aktuellen Stand bleiben, wonach die Mietpreisbremse nach fünf Jahren ausläuft. Die SPD, die Linke und Bündnis 90/Die Grünen hingegen setzen eindeutig auf Mieter als Wähler: Sie schlagen unter anderem eine zum Teil dramatische Verschärfung der Mietpreisbremse und das Einfrieren der Mietspiegel vor.

Interessant ist aber auch der Blick auf die vergangene Legislaturperiode. Regiert hat formal eine große Koalition. Aus Sicht der privaten Vermieter hat die SPD dominiert. Der zurückhaltende Führungsstil der Bundeskanzlerin ließ auch den SPD-Ministern Heiko Maas, Barbara Hendricks und Sigmar Gabriel bzw. Brigitte Zypries den Raum, eigene parteipolitische Ziele umzusetzen.

Wichtige Themen, wie das Mietrecht und die Energiewende im Gebäudebestand, wurden in ihren Häusern entschieden. Viele Maßnahmen der vergangenen Legislaturperiode gingen am privaten Eigentümer vorbei: Bauministerin Hendricks förderte allein Genossenschaften und kommunale Wohnungsunternehmen, nicht jedoch privates Eigentum. Justizminister Maas ging noch weiter und handelte mit der Mietpreisbremse und seinem – an CDU und CSU gescheiterten – Entwurf für eine zweite Mietrechtsnovelle gezielt gegen private Vermieter.

Bei der Bundestagswahl werden für Sie als Wähler vermutlich mehrere Themen wichtig sein. Darunter ist im besten Fall auch die Wohnungs- und Eigentumspolitik, denn sie ist maßgeblich dafür, wie sich Ihr Eigentum in Zukunft entwickeln kann. Am Wichtigsten aber ist: Wählen Sie bitte!

Dr. Kai H. Warnecke
Präsident Haus & Grund Deutschland
Smart Home – Fluch oder Segen?

Digitalisierung nutzen und nachhaltig mitgestalten

Erinnern Sie sich? Vor ein paar Monaten haben wir schon einmal das Thema unter der Überschrift „Smart Home – Fluch oder Segen?“ aufgegriffen und waren überrascht über die vielen Reaktionen unserer Mitglieder.

Zwischenzeitlich vergeht keine Woche, in der nicht die Medien über neueste technologische Entwicklungen berichten. Auch Haus & Grund diskutierte im Mai mit Vertretern von Verbänden der privaten Immobilieneigentümer aus 15 Ländern über die Chancen, Herausforderungen und Risiken, welche die Digitalisierung unserer eigenen vier Wände und unserer Umwelt mit sich bringt.

Ich meine, die smarten Technologien müssen wir aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten – aus Sicht der Anwender, der Hersteller, des Datenschutzes und auch der Politik. Es ist gerade 10 Jahre her, da kamen die ersten Smartphones auf den Markt und haben zwischenzeitlich die Welt erobert. Heute können sich viele kein Leben mehr ohne diese kleinen Geräte vorstellen. Dass es sich eigentlich ursprünglich nur um ein Telefon handelte, ist schon fast vergessen. Die Banken bieten zwischenzeitlich das Bezahlen über Smartphone und Tabletts an. Werden bald die Kreditkarten Historie sein und das Bargeld endgültig abgeschafft? Bahn- und Flugtickets laden sich immer mehr Kunden auf die kleinen elektronischen Helfer. Die Bahn überlegt ernsthaft, in nicht allzu ferner Zukunft Fahrkarten auf Papier abzuschaffen. Früher musste man seine Rollläden vor den Fenstern manuell per Gurt öffnen und schließen.

Dann kamen die Elektromotoren, die diese Arbeit übernahmen. Es folgte die Zeitsteuerung und jetzt kann man schon von jedem Ort der Welt, mit Hilfe seines Smartphones, die Rollläden, die Heizung, selbst die Schließ- und Alarmanlage steuern und sein Haus mittels Videokamera überprüfen. Eine schöne Technik im Rahmen der fortschreitenden Digitalisierung. Doch brauchen werden sie – noch – die wenigsten. Die intelligenten Stromzähler – Smartmeter- werden in den nächsten Jahren zum Standard und die Umrüstung zur Pflicht.

Auf der einen Seite soll dadurch eine Optimierung des Stromverbrauchs erreicht werden. Auf der anderen Seite Kosten Einbau, Wartung und Eichung mehr als überhaupt an Energie eingespart werden kann. Auch die Frage des möglichen Datenmissbrauchs sollte jeder für sich selbst beantworten Es gibt viele sinnvolle technische Errungenschaften, die für bestimmte Personengruppen eine enorme Erleichterung mit sich bringen. Ich will nur einige Beispiele nennen: Vernetzte Rauchwarnmelder. Sie können Leben retten. Notrufsysteme, über die im Notfall schnelle Hilfe gewährleistet werden kann. Höhenverstellbare WC´s, Waschtische, Küchenherde und- spülen, die eine große Hilfe im Alltag und im Alter mit sich bringen können. Zweifelsohne befinden wir uns inmitten der digitalen Transformation.

Experten prognostizieren, dass schon bis 2020 rund 50 Milliarden Geräte durch das Internet verbunden sein werden. Das führt, ob wir es wollen oder nicht, zu revolutionären Veränderungen in allen Wirtschafts- und Lebensbereichen. Dem müssen wir uns stellen. Ich bin jedenfalls der festen Überzeugung, die fortschreitende Digitalisierung wird viele Erleichterungen für unser tägliches Leben mit sich bringen. Jeder Einzelne sollte allerdings kritisch hinterfragen, ob für ihn persönlich jede mögliche technische Spielerei auch sinnvoll oder eben nur als kostspieliges Hobby einzuordnen ist.

Der Haus & Grund Bremen e.V. wird das Thema Digitalisierung auch im Rahmen der diesjährigen Mitgliederversammlung in Bremen aufgreifen.
Den Termin – Donnerstag, 21. September, 17 Uhr – sollten Sie sich schon einmal vormerken!

Ihr Dipl. Ing. Andreas Schemmel
Vorsitzender Haus & Grund Landesverband Bremen e.V.
Wohnungspolitik neu denken

Hat die Mietpreisbremse etwas gebracht?

Nein, Symbolpolitik hat noch nie geholfen um Missstände, auf welchen Märkten auch immer, zu beseitigen. Es besteht vor allem Handlungsbedarf beim sog. bezahlbaren Wohnungsbau.

Ein Begriff, der längst der gesellschaftlichen Realität angepasst werden müsste. Denn was für wen und wo bezahlbar ist, kann durchaus sehr unterschiedlich sein.

Klar ist, dass auch in Bremen und Bremerhaven die Zahl der Baufertigstellungen der Nachfrage weit hinterher hinkt. Da reicht ein gegenseitiges Schulterklopfen der Verantwortlichen leider nicht. Was neben einer ausreichenden Baulandausweisung dringend erforderlich wäre, ist ein flexibleres Planungsrecht und ein Ausmisten bei den von Jahr zu Jahr in die Höhe getriebenen Baustandards. Es ist nun einmal eine mathematisch nicht auszuhebelnde Tatsache, je höher die Anforderungen, umso teurer wird das Bauen und das anschließende Wohnen. Bezahlbar ist Wohnungsbau nur dann, wenn der Bauherr, die Baufrau ihn sich auch leisten kann, und zwar auch dann, wenn die Kreditzinsen eines Tages wieder steigen. Baukostensteigerungen um die 20 % in den letzten Jahren, heftig gestiegene Bodenpreise und auch die von den Ländern kräftig erhöhte Grunderwerbsteuer sind da nicht gerade eine Ermutigung.

Ein erster Schritt wäre, die Haus & Grund Forderung nach Senkung der besagten Grunderwerbsteuer umzusetzen: Bitte niedriger und mit einem Freibetrag von Euro 500.000 für den Ersterwerb selbstgenutzter Immobilien. So fördert man die Eigentumsbildung gerade jüngerer Familien. Denn die Bildung von Immobilieneigentum ist für unsere Gesellschaft immens wichtig. Sie dient dem Vermögensaufbau, betreibt Altersvorsorge und -versorgung und steigert die persönliche Freiheit und Unabhängigkeit.

Nach diesem ersten Schritt sind dann hoffentlich eine kritische Prüfung des Normungswesens sowie die Anforderungen an den Klimaschutz im Gebäudebestand auf der Tagesordnung der neuen Bundesregierung. Hinzufügen könnte man auch den überzogenen Stellplatzauflagen, zu große Abstandsflächen etc.

Kommunale Wohnungsunternehmen waren auch in der Vergangenheit kein Allheilmittel, um die Wohnraumversorgung von Menschen mit kleineren und mittleren Einkommen zu sichern. Dazu bedarf es auch in Zukunft den Mut und die Investitionsbereitschaft vieler privater Häuslebauer. Diese müssen bei der Stange gehalten werden. Sozialer Frieden hat auch etwas mit langfristig orientierter Wohnungspolitik zu tun.

Ihr Dr. Olaf Voßhans
Vorsitzender Haus & Grund Bremerhaven e.V.
Der Bremer Lloydhof und kein Ende

Der "große Wurf" blieb aus?

Erinnern Sie sich? Es ist erst ein paar Jahre her, da sollte für diese tote Ecke der Bremer Innenstadt eine große Lösung gefunden werden. Ein „City Center“ sollte der große Wurf werden.

Zur Planungssicherung erwarb die WFB im Auftrag des Senators für Wirtschaft, Arbeit und Häfen den nie richtig ins Laufen gekommenen Lloydhof zu einem Preis von rund 25 Millionen Euro. Ein Preis, der nach Meinung aller, die sich ein wenig mit Verkehrswerten auskennen, weit überzogen war. Es folgte ein Investorenwettbewerb. Am Ende blieb nur noch eine portugiesische Investorengruppe übrig, die die Stadt immer wieder vertröstete und am Ende im Jahr 2015 dann auch absprang. Ein Zufall, dass die Absage erst kurz nach der Bürgerschaftswahl öffentlich wurde?
Doch es blieb ja nicht nur bei der Zahlung des Kaufpreises.

Bremen investierte schon kräftig, bevor das Geschäft mit dem Investor Sonae Sierra in trockene Tücher gewickelt war. Versorgungsanlagen wurden nur für dieses Projekt in vorauseilendem Gehorsam umgebaut. Den letzten Mietern wurde gekündigt. Alles für die Katz, wie jetzt auch von der Stadt erkannt wurde. Lag es nun an überzogenen Vorgaben an den möglichen Investor oder ist einfach nicht mehr die Zeit für derartige Einkaufszentren am Rande der Innenstädte?

Derzeit werden die Ladenflächen über die von der Stadt finanzierte ZwischenZeitZentrale (ZZZ) unter dem Namen „Citylab“ von jungen kreativen Unternehmen bespielt. Doch diese Zwischennutzung soll schon bald wieder Vergangenheit sein. Der Lloydhof steht wieder zum „Höchstpreis“ zum Verkauf. Zur Planungssicherung wird er offensichtlich nicht mehr benötigt. Die Käufersuche läuft. Man muss schon an Wunder glauben, wenn man erwartet, dass zumindest der im Jahre 2012 gezahlte Kaufpreis wieder in voller Höhe in die Kassen unserer Finanzsenatorin zurückfließt. Bleibt für unsere Innenstadt zu hoffen, dass sich durch den geplanten Umzug der Sparkasse Am Brill vielleicht doch noch interessante Entwicklungsperspektiven für die Bremer Innenstadt ergeben.

Ihr Heinrich Schnaue
Vorsitzender Haus & Grund Bremen-Nord e.V.
Smart Home – Fluch oder Segen?

Smart Home, auf deutsch „intelligentes Zuhause“, ist das die Zukunft des Wohnens?

Die technische Entwicklung schreitet mit schnellen Schritten voran. Vor wenigen Jahren zog die vernetzte Kommunikationstechnik in unsere Wohnungen ein. Heute lässt sich von der Heizungsanlage über die elektrischen Rollläden, die Waschmaschine, die Kaffeemaschine schon fast alles über Apps von fast jedem Ort der Welt steuern. Selbst der Kühlschrank meldet direkt an den Onlineshop, wenn die Vorräte zur Neigung gehen.

Das hört sich zunächst faszinierend an. Doch mal ehrlich, können Sie bei der heutigen Elektronik ihre moderne Heizungsanlage tatsächlich noch selbst einstellen, um einen optimierten Energieverbrauch zu bewirken? Haben Sie es am 26. März geschafft, die Sommerzeit ohne Blick in die oft recht unverständlichen Gebrauchsanweisungen an ihren Geräten einzustellen? Ich schaffte es jedenfalls nicht. Selbst einige erfahrene Handwerksunternehmen sind mit der heutigen Technik überfordert.

So wurde bei mir zu Hause erst bei der Heizungserneuerung vom „neuen“ Installateur festgestellt, dass die Heizkurven meiner alten Anlage, leider die ganzen 15 Jahre der eigentlich recht kurzen Lebensdauer, falsch eingestellt waren und ich dadurch vermutlich sehr viel Energie unnötig verpulvert habe. Ich hatte mich Winter für Winter über die hohen Temperaturen meiner Fußbodenheizung und die Trägheit meiner Heizkörper gewundert. Doch bei den jährlichen Wartungen erntete ich auf meine entsprechenden Hinweise auf die schlechten Einstellungsmöglichkeiten immer nur ein Achselzucken.

Doch kommen wir zurück auf das total vernetzte Haus der Zukunft. Einige Untersuchungen zu den bei der Planung errechneten und den dann tatsächlichen Energieverbräuchen nach Einzug kamen zu dem erschreckenden Ergebnis, je mehr Vernetzung, je höher die Verbräuche. Als Grund wurde die von vielen Bewohnern nicht beherrschte Bedienung ausgemacht.

Mein Fazit: Durch die viel gepriesene technische Revolution in unseren Wohnungen und Häusern wird wohl zukünftig vor dem Einzug ein Intelligenztest von den zukünftigen Bewohnern verlangt werden müssen. Spätestens alle drei Jahre wäre dann eine Nachprüfung durch den TÜV zu empfehlen. Ich befürchte jedenfalls, dass es die „intelligente Haustechnik“ nicht schaffen wird, die Bewohner zum richtigen Umgang mit ihr zu erziehen. Doch Scherz beiseite. Die intelligenten Stromzähler sind ja schon Realität. Sie machen uns auch in den eigenen vier Wänden zu gläsernen Menschen.

Die Versorger, die Kommunikationsanbieter wissen, zu welcher Zeit wir waschen, kochen, mit wem wir telefonieren und welche Internetseiten wir aufrufen. Viele mag diese Vorstellung nicht beunruhigen. Für mich ist das ein Eingriff in meine Persönlichkeitsrechte. Ich befürchte allerdings, wir werden uns am Ende der technischen Entwicklung geschlagen geben müssen. Ich empfehle in diesem Zusammenhang die Lektüre des Buches “Blackout”. Autor ist Marc Elsberg. Ein science fiction Roman, der einem zum Nachdenken bringt.

Ihr Bernd Richter
Geschäftsführer Haus & Grund Landesverband Bremen e.V.
Sinn und Unsinn von energetischen Modernisierungen

Nur was tatsächlich verbraucht wird, kann auch eingespart werden

Mal ehrlich, können Sie die permanenten Diskussionen über Sinn und Unsinn von energetischen Modernisierungen im Sinne des Klimaschutzes noch hören? Richtig ist, wir brauchen intakte Immobilien mit einer möglichst guten Energiebilanz. Doch nicht jede energetische Modernisierungsmaßnahme ist auch wirtschaftlich.

Nun hat die Berliner Koalition einen Entwurf für ein sogenanntes Gebäudeenergiegesetz auf den Tisch gelegt. In diesem Gesetz sollen die bereits geltenden energetischen Anforderungen an Gebäude zusammengefasst werden. Wider besseren Wissens will die Bundesregierung weiterhin am Energiebedarfsausweis für Wohngebäude festhalten. Dabei ist nicht nur Haus & Grund, sondern den meisten Fachleuten seit langem bekannt, dass ein Energieausweis auf Basis des theoretischen Energiebedarfs eines Gebäudes irreführend und damit nutzlos für die Beurteilung der energetischen Gebäudequalität ist. Der errechnete Bedarf entspricht nur selten dem gemessenen Verbrauch. Es gibt keine vernünftigen Gründe, hieran weiter festzuhalten. Zur Erinnerung: Wer ein Gebäude oder ein Gebäudeteil verkaufen, vermieten oder verpachten will, muss dafür einen Energieausweis ausstellen lassen.

Energieausweise werden als gesetzlicher Standard in der Regel auf Basis eines errechneten Energiebedarfs gefertigt. Der Energieausweis soll Eigentümer und Mieter darüber informieren, wie viel Energie ein Gebäude benötigt. Nach den Ergebnissen eines von Haus & Grund durchgeführten Praxistests sind bei der Ermittlung des theoretischen Energiebedarfs Unterschiede von bis zu 50 Prozent möglich. Diese Differenzen sind auf komplexe Berechnungsalgorithmen, die unterschiedliche individuelle Einschätzung der energetischen Qualität eines Gebäudes bei der Bestandaufnahme durch den Energieberater, aber auch auf Fehler in der Berechnung der Gebäudenutzfläche zurückzuführen. Geplant ist nun die Einführung von neuen Effizienzklassen. Außerdem sollen Vor-Ort-Begehungen oder alternativ die Übersendung von Fotos Pflicht werden.

All diese Instrumente sind jedoch nach meinen Erfahrungen als Bausachverständiger nicht geeignet, die Qualität der Energieausweise, ihre Aussagekraft und ihre Anreizwirkung für Investitionen in energetische Modernisierungen zu verbessern. Wie auch unser Bundesverband plädiere ich dafür, für bestehende Wohngebäude den Verbrauchsausweis als Standardausweis zu etablieren und den freiwilligen, individuellen Sanierungsfahrplan zu fördern. Nur was tatsächlich verbraucht wird, kann durch energetische Modernisierungen eingespart werden. Mit dem jetzt vorgelegten Gesetzentwurf werden aus meiner Sicht die Chancen für ein vernünftiges Gebäudeenergiegesetz endgültig verpasst.

Ihr Dipl. Ing. Andreas Schemmel
Vorsitzender Haus & Grund Landesverband Bremen e.V.