Haus & Grund Klartext

Im folgenden finden Sie die Haus & Grund Meinung zu "dies und das" aus den Bundes- und Länderparlamenten sowie aus den Bremer und Bremerhavener "Amtsstuben".

Wunschzettel an unsere Volksvertreter

Rückblick

Liebe Mitglieder in Bremen, Bremerhaven und umzu, die ersten LKWs mit geschlagenen Weihnachtsbäumen sah man schon Mitte November auf unseren Straßen. Das zeigt uns, Weihnachten und der Jahreswechsel sind nicht mehr fern. Bleibt zu hoffen, dass die nicht gerade preiswerten Weihnachtsbäume das neue Jahr noch im vollen Nadelkleid erleben und nicht schon am zweiten Weihnachtstag geplündert werden müssen.

In den letzten Monaten war schon zu spüren, was uns im nächsten Jahr bevorsteht: Die Bundestagswahl. Nach Neujahr werden alle Parteien in den Wahlkampfmodus umschalten. Vernünftige Regierungsund Oppositionsarbeit ist dann wohl nicht mehr zu erwarten.

Vielleicht positiv für uns zu bewerten ist, dass sich die große Koalition in dieser Legislaturperiode nicht mehr auf eine weitere Verschärfung des Mietrechts einigen wird. Auch die Verschärfung der Mietpreisbremse wird wohl erst nach der Wahl wieder angefasst. Die dringend erforderliche Grundsteuerreform wurde zwar im Bundesrat beraten, wird aber wohl auch nicht mehr vor der Wahl durch die Mühlen des Bundestages laufen.

Vor wenigen Tagen wurde der Klimaschutzplan 2050 von Seiten unseres Wirtschaftsministers Gabriel, noch fast im Alleingang, zu Gunsten der Kohleindustrie verändert. Das, was diese Industrie nun weiter an Kohlenstoffdioxid in die Luft pusten darf, sollen nun die Immobilieneigentümer durch meist nicht wirtschaftlich vertretbare Aufrüstungen auffangen. Mehr Unfug geht kaum noch. Bleibt zu hoffen, dass noch wieder etwas Vernunft erwächst. Sonst werden sich Investitionen in den Wohnungsbau und die Bestandspflege nicht mehr rechnen. Auf der Strecke dürften dann die vielen Nachfrager mit kleineren und mittleren Einkommen sein, die sich die eigenen vier Wände oder eine adäquate Mietwohnung einfach nicht mehr leisten können. Doch es ist ja noch etwas Zeit für den Wunschzettel an unsere Volksvertreter. Vielleicht hilft es ja.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein wunderbares Weihnachtsfest im Kreise Ihrer Lieben. Kommen Sie gut in das neue Jahr.

Ihr Haus & Grund Landesverband Bremen e.V.
Dipl. Ing Andreas Schemmel,
Vorsitzender
Heinrich Schnaue,
stellv. Vorsitzender
Dr. Olaf Voßhans, stellv. Vorsitzender

PS: Übrigens, auch eine Haus & Grund Mitgliedschaft eignet sich sehr gut als Weihnachtsgeschenk!

Sinkendes Rentenniveau betrifft auch Vermieter

Altersarmut

Liebe Haus & Grund Mitglieder, auch wer als Durchschnittsverdiener 30 Jahre in die Rentenkassen eingezahlt hat, muss als Rentner/Rentnerin sparsam wirtschaften. Die Rente wird nicht wesentlich höher ausfallen als die derzeitige Durchschnittsrente in unserem Land. Diese liegt etwa bei Euro 1.000. Männer liegen etwas über diesen Satz, Frauen darunter.

Gut, wer während seiner „aktiven“ Phase Vorsorge getroffen hat und bis zum Eintritt in die Rente seine „eigenen vier Wände“ schuldenfrei hat. Doch auch diese müssen gepflegt und instandgehalten werden. Da kann schon eine neue Heizungsanlage, die mit Euro 7.000 – 9.000 zu Buche schlägt, zu einem Problem werden, wenn nicht zusätzlich noch ein Sparstrumpf gefüllt werden konnte.

Doch auch diejenigen, die auf ein oder zwei Mietwohnungen als private Altersversorgung gesetzt haben, sind vom Thema Altersarmut betroffen und können vielleicht nicht sorgenfrei in die Zukunft schauen. Bei weiter sinkendem Rentenniveau wird es auch für Mieter mit einer Durchschnittsrente zunehmend schwieriger, sich eine bescheidene Wohnung in vernünftiger Lage leisten zu können.

Für eine zeitgemäß ausgestattete 60 m² Wohnung muss heute in Bremen und Bremerhaven eine Bruttomiete – inkl. Betriebskosten - von Euro 550 bis 600 erzielt werden. Sonst können Sie als private Vermieter aus den Nettomieten gerade mal die immer teurer werdenden Instandhaltungskosten finanzieren. Tun Sie das nicht, dann sind Ihre Wohnungen sehr schnell nicht mehr marktfähig und verlieren an Wert. Der Ruf nach dem Staat, die Wohnkostenzuschüsse doch zu erhöhen, dürfte ohne Resonanz verhallen. Die chronisch leeren öffentlichen Kassen lassen das einfach nicht zu. Haus & Grund hat sich das Thema Altersarmut auf die Fahnen geschrieben. Wir gehen davon aus, noch rechtzeitig vor der Bundestagswahl im nächsten Jahr einen Forderungskatalog zu erarbeiten. Wir dürfen gespannt sein, welche Lösungsansätze den Weg in die Wahlprogramme der Parteien finden werden.

Ihr Dr. Olaf Vosshans
Vorsitzender Haus & Grund Bremerhaven e.V.
Einführung einer Berufszulassungsregelung

Bundeskabinett verabschiedet Berufszulassungsregelungen für Immobilienmakler und Wohnungseigentumsverwalter

Am 31. August hat das Bundeskabinett endlich den seit Jahrzehnten überfälligen Entwurf eines Gesetzes zur Einführung einer Berufszulassungsregelung für gewerbliche Immobilienmakler und Verwalter von Wohnungseigentum verabschiedet. Ein Zurück wird es hoffentlich nicht mehr geben.

Feld-, Wald- und Wiesenmakler und Verwalter ohne jegliche fachliche Qualifikation für die von Ihnen angebotenen Dienstleistungen, wird es in absehbarer Zukunft nicht mehr geben. Das ist gut so. Die gesetzlichen Regelungen schützen nicht nur die Verbraucher. Sie werden auch der Berufsgruppe der Immobiliendienstleister helfen, verlorengegangenes Vertrauen in ihre Leistungen und die Angemessenheit der verlangten Vergütungen wieder herzustellen.

Leider wurden gegenüber dem ursprünglichen Referentenentwurf noch einige Verschlimmbesserungen in den nun verabschiedeten Gesetzentwurf eingebracht. Neben sprachlichen Änderungen soll auch der Zeitraum für die Nachweiserbringung von bereits am Markt tätigen Immobilienmaklern und Wohnungseigentumsverwaltern von den im Referentenentwurf bisher vorgesehenen sieben Monaten auf 13 Monate nach Inkrafttreten des Gesetzes ausgeweitet werden. Zudem sollen Immobilienmakler und Wohnungseigentumsverwalter zukünftig sicherstellen, dass ihre Mitarbeiter entsprechend qualifiziert sind. Die bisher ebenfalls geforderte Gewährleistung der Zuverlässigkeit der Mitarbeiter ist hingegen entfallen. Außerdem ist bedauerlicherweise die bisher vorgesehene Berufshaftpflichtversicherung aus dem Gesetzesentwurf gestrichen worden.

Bleibt zu hoffen, dass das Gesetz nun möglichst zum 1. Januar 2017 in Kraft treten kann und dass der erforderliche Sachkundenachweis auch seinen Namen verdient.

Ihr Dipl. Ing. Andreas Schemmel
Vorsitzender Haus & Grund Landesverband Bremen e.V.
Bevölkerung in Bremen und Bremerhaven

Hohes Bevölkerungswachstum im Land Bremen - Echt oder unecht?

Die Zahlen des Statistischen Landesamtes klingen zunächst beeindruckend. Die Bevölkerung in Bremen und Bremerhaven wuchs im letzten Jahr um beeindruckende 9.601 Personen. Ein vergleichbares Plus gab es zuletzt im Wendejahr 1989. Doch was lässt sich aus diesen beeindruckenden Zahlen ableiten? Handelt es sich um einen langfristigen Trend? Werden die vielen Neubürgerinnen und Neubürger in Bremen bleiben oder mittelfristig ihr Glück in anderen Städten suchen, die z.B. in Punkto Arbeitsplätze mehr zu bieten haben?

Ein genauerer Blick auf das umfangreiche statistische Zahlenwerk empfiehlt sich. Dabei wird deutlich, dass der Wanderaustausch innerhalb Deutschlands weiterhin negativ ist. Rund 3.100 Menschen verloren Bremen und Bremerhaven im Saldo an die anderen Bundesländer. Noch gravierender stellt sich der Bevölkerungsverlust gegenüber unserem unmittelbaren Nachbarn Niedersachsen dar. 8.465 Bremer und Bremerhavener zogen in „das Umland“ und damit auch ihre Einkommensteuerzahlungen. Unser Bundesland konnte dagegen nur 5.825 „Nachbarn“ davon überzeugen, welche Qualitäten hier zu finden sind. Gründe liegen nicht zuletzt bei den Immobilienpreisen, dem Baulandangebot, der Lebensqualität und – oft in Gesprächen mit unseren Mitgliedern zu hören – in der als negativ bewerteten Bildungspolitik in unseren beiden Städten.

Woher kommt nun der so große Bevölkerungszuwachs? Dafür ist allein die hohe Anzahl von Schutzsuchenden ausschlaggebend. Allein aus dem kriegsgebeutelten Syrien sind 2015 3.706 Menschen zu uns gekommen. Für die meisten Asylbewerber ist glücklicherweise zwischenzeitlich die Zeit der Notunterkünfte in Zelten und Turnhallen vorbei. Hier hat Bremen in einem Kraftakt einiges auf die Beine stellen können. Doch ist diese Bevölkerungsentwicklung nachhaltig? Können daraus wirklich belastbare Prognosen, z. B. für den Bedarf an Wohnungsneubedarf, Schulen und Kindergärten abgeleitet werden? Ich meine nein. Die meisten dieser Menschen haben ihre Heimat nicht freiwillig verlassen. Sie werden gerne in ihre Heimatländer zurückgehen, sobald sich die Lage dort wieder entschärft hat. Das ist ihnen von Herzen zu wünschen.

Ihr Bernd Richter,
Geschäftsführer Haus & Grund Landesverband Bremen e.V.
Mietspiegel

Für einen Bremer Mietspiegel ist weiterhin kein Geld vorhanden

Vor wenigen Wochen überraschte eine Aussage des SPD Sozialexperten Klaus Möhle. Er stellte richtigerweise fest, dass es für Bremen keinen Mietspiegel gibt und demzufolge zuverlässige Aussagen über die Entwicklung der sogenannten ortsüblichen Vergleichsmiete ohne teure Mietwertgutachten nicht möglich sind.

Erinnert sei daran, dass Bremen bereits zum 1. Dezember 2015 eine Mietpreisbremse eingeführt hat. Begründung: Es herrscht im gesamten Stadtgebiet Wohnraumknappheit und insbesondere die Mieten im Niedrigpreissegment – was immer damit gemeint ist – seien sehr stark angezogen. Ohne konkret erhobene Daten eine sehr interessante Begründung, meine ich.

Je nach politischer Couleur wird die Mietpreisbremse in den Städten, die diese beschlossen haben, als erfolgreiches Instrument gegen einen ungebremsten Mietanstieg gefeiert oder aber als „Rohrkrepierer“ eingeschätzt.

Eine Versachlichung würde uns allen guttun. Voraussetzung dafür wäre in der Tat, endlich einen qualifizierten Mietspiegel für Bremen auf den Weg zu bringen. Doch vor den Ergebnissen scheinen sich die in unsere Stadt politisch Verantwortlichen zurückzuscheuen wie der Teufel vor dem Weihwasser.

Kein Geld für einen Mietspeigel, aber Geld für eine Mietwerterhebung. Beauftragt wurde das Forschungsinstitut F+B aus Hamburg. Entsprechende Fragebögen – die übrigens viele Vermieter verunsichern – wurden zwischenzeitlich über das Statistische Landesamt Bremen verschickt. Leider werden die Ergebnisse nicht herangezogen werden können, um im Rahmen von Auseinandersetzungen über die zulässige Miethöhe hierüber die ortsübliche Vergleichsmiete ableiten zu können.

Fazit für uns als private Haus & Grundeigentümer: Außer – steuerfinanzierten – Spesen nichts gewesen.

Ihre Kira Janssen-Weets
Haus & Grund Bremen-Nord e.V.
Der Bremer Immobilienmarkt

Knappes Angebot und hohe Preise

Bremen möchte eine wachsende Stadt sein und braucht, um dieses Ziel zu erreichen, attraktive Arbeitsplätze und Wohnraum. Durch eine verfehlte Wohnungsbaupolitik ist es nach Feststellungen des Eigentümerverbandes Haus & Grund Bremen in den letzten Jahren auf dem Bremer Immobilienmarkt eng geworden. In den gefragten Lagen mit guter Infrastruktur sind im mittleren Marktsegment kaum noch Wohnungen und Häuser im Angebot. Auch die Wohnungsmieten sind nicht zuletzt aufgrund steigender Kaufpreise angezogen.

Allerdings wird bei der derzeitigen Preisentwicklung schnell ausgeblendet, dass die Preise über viele Jahre kräftig in den Keller gegangen sind. So ist der Preisindex von Eigentumswohnungen (Bestand) nach Aussagen des Gutachterausschusses im Grundstücksmarktbericht 2015 von 1994 bis 2009 von 100 auf 83,9 zurückgegangen. Erst in den Jahren 2012/2013 wurde wieder das Preisniveau von 1994 erreicht. Seitdem steigen allerdings die Preise in guten Lagen kräftig.

Berücksichtigt man die Kaufnebenkosten, wie Notar- und Gerichtskosten, Grunderwerbsteuer und Maklerkosten, die nicht selten noch mit 12 – 14 % zu Buche schlagen und rechnet man die Inflationsrate dazu, dann war die Entscheidung für eine Immobilie zumindest in Bremen über viele Jahre nicht unbedingt eine gute Kapitalanlage.

Haus & Grund warnt schon seit langem vor weiteren Steuererhöhungen und Anforderungen an das Bauen und an Bestandsimmobilien. Gerade für Menschen mit knappen Budgets, wie etwa junge Familien, rückt der Traum vom eigenen Heim ansonsten trotz extrem niedriger Zinsen in unerreichbare Ferne. Jede Verteuerung des Kaufs oder des Baus von Immobilien widerspricht dem Ziel, die Bildung von Wohneigentum zu fördern.

Über Jahre wurden auch Schlichtwohnungen für Menschen mit geringem Einkommen verteufelt. Was ist so schlimm daran, wenn die Heizung funktioniert, die Fenster schließen und das Dach dicht ist. Dafür aber ein Balkon fehlt, das Bad nicht gefliest ist und die Heiz- und Elektroleitungen zum Teil auf dem Putz verlegt sind? All dies ist nicht menschenunwürdig sondern dann auch bezahlbar. Um- und Nachdenken hilft manchmal weiter, um vernünftige Lösungen für eine ausreichende Wohnraumversorgung aller Bevölkerungsschichten zu finden.

Ihr Bernd Richter
Geschäftsführer Haus & Grund Landesverband Bremen e.V.