Im folgenden finden Sie die Haus & Grund Meinung zu "dies und das" aus den Bundes- und Länderparlamenten sowie aus den Bremer und Bremerhavener "Amtsstuben".

Aktueller Klartext - Entlastung der Immobilienkäufer

Nebenkosten beim Immobilienkauf senken!

Bundesjustizministerin Katarina Barley prüft derzeit, wie sie privaten Immobilieneigentümern die Lust am Vermieten weiter verderben kann. U. a. plant sie, das Bestellerprinzip auch auf Immobilienkäufe zu übertragen. Demnach müsste die Maklerkosten künftig derjenige tragen, der den Makler beauftragt hat.

Für den Bereich der Wohnungsvermietung wurde dieses Bestellerprinzip von der Vorgängerregierung bereits im Jahre 2015 eingeführt. Katarina Barley verkauft ihren Vorschlag als spürbare Entlastung der Immobilienkäufer von Kaufnebenkosten. Doch wie dürfte es in der Realität aussehen?

Bereits die Einführung des Bestellerprinzips bei der Wohnraumvermietung wurde als der große Gewinn für die Mieter verkauft. Nach einer Zeit der Verunsicherung sind mittlerweile die Auftragszahlen für die Makler wieder gestiegen. Die Courtage wird nun von den Vermieterinnen und Vermietern getragen, doch in der Regel vorher in die Miete eingepreist. Denn selbstverständlich sind Vertriebskosten über die zu erzielenden Mieten abzudecken.

Das machen auch die großen Wohnungsgesellschaften wie Gewoba und Co. nicht anders. Schließlich muss das eigene Personal auch aus den Mieteinnahmen bezahlt werden. Nach kruder, und wieder nur Symbolpolitik nun die Idee, eine gleiche Regelung auch für den Immobilienverkauf über Makler gesetzlich zu regeln.

In der heutigen Marktlage können und werden die Verkäufer die Maklergebühr schlicht und ergreifend auf den Kaufpreis aufschlagen. Die Dummen sind dann am Ende die Käufer, denn der erhöhte Kaufpreis führt natürlich auch zur Erhöhung der Grunderwerbsteuer. Die Kaufnebenkosten werden nicht sinken, sondern steigen.

Unsere Finanzsenatorin wird sich freuen und sicher nicht als Ausgleich die Grunderwerbsteuer senken. Eine Reform zur Senkung der Nebenkosten ist ein sinnvolles Vorhaben, um den Erwerb von Wohneigentum flächendeckend zu fördern. Doch dafür bedarf es anderer Ansätze.

Unser Verband spricht sich schon lange dafür aus, die Grunderwerbsteuer abzuschaffen und Preisabsprachen bei den Maklerprovisionen zu unterbinden. Bevor die Politik das Bestellerprinzip auch beim Kauf und Verkauf von Immobilien vorschreibt, sollte sie vor der eigenen Tür kehren und auf die Grunderwerbsteuer verzichten, zumindest hohe Freibeträge für Selbstnutzer einführen. Angesichts sprudelnder Steuerquellen ist dies ohne nennenswerte Belastung der öffentlichen Haushalte möglich.

In Bremen beträgt der Grunderwerbsteuersatz derzeit 5 %. Bei einen Kaufpreis für ein neues Reihenhaus in Höhe von rd. Euro 300.000 ergibt sich durch einen Verzicht ein Einsparpotential von immerhin Euro 15.000. Viel Geld für eine junge Familie, die sich gerne in Bremen oder Bremerhaven den Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen und so auch etwas für die eigene Altersvorsorge beitragen will.

Ihr Bernd Richter
Geschäftsführer Haus & Grund Landesverband Bremen e.V.

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