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Haus & Grund Report 1/2011
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Haus & Grund Report 1/2011

In dieser Ausgabe:

  • Auf tönernen Füßen
    Die Förderung energetischer Modernisierung

  • Modernisierungsvereinbarung
    Ein Weg aus dem Dilemma?

     

  • Mietnomaden-Studie

    Vermieter auf dem Rückzug

  • Sanierungsquote

    Wohnungsbestand über Plan

Die aktuelle Ausgabe

Haus & Grund Report –
Ausgabe 1/2011 als PDF

 


Auf tönernen Füßen

Die Förderung energetischer Modernisierungen

Nach der Katastrophe im japanischen Kernkraftwerk Fukushima und dem daraufhin verfügten Moratorium für die Laufzeitverlängerung deutscher Atommeiler steht die Förderung der CO2-Gebäudesanierung mehr als zuvor auf tönernen Füßen.

In diesem Jahr fördert die Bundesregierung die energetische Gebäudesanierung zu über 50 Prozent aus Mitteln des mit Beginn dieses Jahres geschaffenen Energie- und Klimafonds. Im kommenden Jahr sollen die Fördergelder möglicherweise ausschließlich aus dem Energie- und Klimafonds stammen. Dieser Fonds speist sich jedoch aus drei Quellen, die sämtlich zu versiegen drohen.

Auszüge aus dem Report

Modernisierungsvereinbarung:
Ein Weg aus dem Investor-Nutzer-Dilemma?

In ihrem Energiekonzept hat sich die Bundesregierung das Ziel gesetzt, die energetische Sanierungsrate im Wohnungsbestand zu verdoppeln. Da
knapp 60 Prozent aller Wohnungen vermietet werden, ist hierfür die Entschärfung des Investor-Nutzer-Dilemmas zwingend notwendig: Während
der Vermieter die Investitionskosten trägt, profitiert alleine der Mieter von den hierdurch eingesparten Energiekosten.

 

Mietnomaden-Studie:

Vermieter auf dem Rückzug

Im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) hat die Universität Bielefeld das Phänomen der Mietnomaden untersucht.
Eine repräsentative Umfrage unter den Vermietern war aus Kostengründen nicht möglich. Immer hin meldeten sich auf den kurzfristigen Aufruf mehr als
1.500 private Vermieter bei der Universität Bielefeld. 973 von ihnen nahmen an der Umfrage teil.


 

Sanierungsquote:
Wohnungsbestand über Plan

Daten zu Dämmungsarbeiten an Fassaden, Dächern sowie Kellerdecken standen im Vordergrund einer im Dezember 2010 vom Institut Wohnen und Umwelt (IWU) vorgestellten Studie zu den Modernisierungstrends im deutschen Wohngebäudebestand. Der Zusammenfassung der Studie ist zu entnehmen, dass das Sanierungstempo
bei derartigen Arbeiten aktuell rund ein Prozent jährlich betrage.

 

Auf ein Wort

Richtig bunt

"Durch die Vielfalt und Komplexität der baulichen und technischen Gegeben heiten, der Abrechnungssysteme und der Verwaltungspraxis von Häusern passt das Energieausweissystem nicht immer zur Lebenswirklichkeit".

Andreas StückeWer sich für den Absturz angeblicher klimapolitischer Heilsbringer interessiert, kam vor einigen Wochen bei der Veröffentlichung des Gutachtens zur Praxis der Energieausweise auf seine Kosten. Noch eine Kostprobe? "Die Fehleranfälligkeit des Energieausweises ist erheblich. Sie ist beim eigentlich als höherwertig geltenden Bedarfsausweis durch die Komplexität der Annahmen und Berechnungen viel höher als beim Verbrauchsausweis".

Nur 29 Prozent der geprüften Bedarfsausweise stellten den Energiebedarf annähernd zutreffend dar. Einzelne Bedarfsausweise wichen vom tatsächlichen Energiebedarf um bis zu 108 Prozent ab. Wann wird eigentlich Milchmädchen erlaubt, Bedarfsausweise auszustellen? Vielleicht senkte dies wenigstens die Kosten für das unsinnige und teure Dokument.

Den damaligen Bauminister informierten wir übrigens schon Anfang 2006 über die ähnlich verheerenden Ergebnisse unseres Tests von Bedarfsausweisen. Die Prüfung lag wohl zu nah an der Lebenswirklichkeit. Die Klimaschutzpolitik mag das nicht. Der Vollständigkeit halber wollen wir am Ende nicht unterschlagen, dass die Gutachter raten, an den Energieausweisen festzuhalten. Sie sparen auch nicht mit feinem Lob: "Der Energieausweis ist ein schönes Formular, die Darstellung der Ergebnisse an der Farbskala kommt gut an". Richtig bunt ist er, unser Ausweis. Das musste mal gesagt werden.

Andreas Stücke
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