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Aktuelles   Interessantes aus dem Haus & Grund Mitgliedermagazin   Baukunde - Moderniserungstipps - Förderung   Barrierefreiheit - Treppe  

Barrierefreies Wohnen - Treppe

Schwellen innerhalb der Wohnung, enge Türen, hoher Badewannenrand – das stört niemanden, der körperlich fit ist. Und kaum jemand denkt daran, eines Tages möglicherweise nicht mehr so mobil zu sein wie heute. Oder daran, dass er wegen eines Unfalls oder einer schweren Erkrankung gehandicapt sein könnte. Da wundert es nicht, dass das Thema barrierefreies und behindertengerechtes Bauen oder Umbauen viel zu oft vernachlässigt wird. Das wollen wir ändern, deswegen heute die Fortsetzung unserer kleinen Serie.

 

Die Treppe

Die typischen Bremer Häuser sind überwiegend Reihenhäuser und damit inkl. Keller mehrgeschossig. Diese Häuser sind leider weder senioren- noch behindertenfreundlich und eignen sich nur sehr bedingt, um darin alt oder sogar gebrechlich zu werden, da einige Treppen zu überwinden sind. Bei der Planung eines entsprechenden Neubaus sollte das Treppenhaus baulich abgeschlossen und statisch solide bemessen sein. Dann ist bei Bedarf auch der Einbau eines Treppenliftes möglich. Am Kopf und am Ende der Treppe sollte jeweils 1,50 m Bewegungsfläche für Rollstuhlfahrer eingeplant werden.

 

Sehbehinderte schätzen gut geplante Treppen: Sie benötigen farbliche und Material-Kontraste, um Setz- und Trittstufen sowie Antritte optisch und dem Gefühl nach voneinander unterscheiden zu können. Auch die Beleuchtung ist sehr wichtig: Bei einer gut ausgeleuchteten Treppe werden Lichtquellen jeweils über dem Antritt oben und unten wie auch über den Podesten montiert. Das erleichtert die Orientierung. Lichtquellen können in Augenhöhe sitzen. Sie dürfen nicht blenden und sollten ihr Licht sowohl nach unten als auch nach oben strahlen. Gut geeignet sind auch spezielle Treppenleuchten, die in Kniehöhe angebracht sind und ihr Licht gezielt nach unten auf den Treppenlauf richten.

 

Auch für junge Leute muss die Treppe sicher zu begehen sein. Dazu gehören neben einem angenehmen Steigungsmaß mit dem rechten Verhältnis von Auftritt und Steigung auch der rutschfeste Treppenbelag und die Ausbildung der Stufen. Diese sollten ohne Kanten und Überstände, sog. Stufenunterschneidungen, ausgebildet sein, denn gerade an überstehenden Trittstufen können Gehbehinderte hängen bleiben und stürzen.

 

Unentbehrlich für eine sichere Treppe sind Handläufe, vorzugsweise auf beiden Seiten. Die Handläufe sollten nicht erst auf der Höhe des Antritts beginnen, sondern etwa 30 cm vorher. Handläufe sollten 3-4,5 cm Durchmesser haben und in 85 cm Höhe angebracht werden.

Sinnvoll ist der bauliche Abschluss von Kellertreppen. Im modernen Einfamilienhaus sind offene Treppenabgänge zwar üblich, aber sie sind weder schön noch praktisch. Abgesehen von der Kellerkühle ist das gähnende Kellerloch eine echte Gefahr für alle Hausbewohner, für Kinder, für Ältere, vor allem für Sehbehinderte. Kellertüren vor dem Abgang schaffen Abhilfe.

 

Gehbehinderte und körperlich beeinträchtigte Menschen haben oft Probleme mit gewendelten Treppen. Gradläufige Treppen sind grundsätzlich einfacher zu steigen.

 

Der Treppenlift

Treppenlifte sind heute keine hässlichen Ungetüme mehr. Sie sind technisch ausgereift und lassen sich optisch einpassen. Auf jeden Fall sollten mehrere Angebote eingeholt werden. Wichtig ist die Beratung des Käufers in dessen Heim. Seriöse Anbieter leisten diese Beratung kostenlos. Dabei sollten die zukünftigen Besitzer des Treppenliftes sich die technischen Funktionen genau erläutern und die Fahrbahn und die Haltestellen des Liftes im Vorfeld detailliert skizzieren lassen. Gerade die Haltestellen sind wichtig. Dort muss der Benutzer sicher ein- und aussteigen können. Wichtig ist auch, ob der Treppenlift die Benutzung der Treppe für Fußgänger einschränkt. Wichtige Fragen sind auch die nach Garantiezeiten, Wartungsverträgen und –kosten, nach dem Kundendienst und ob Umbauten zur Installation des Treppenliftes nötig sind.

 

Checkliste Treppe  

  • Treppenhaus mit massiven Wänden ausbilden, damit später Treppenlift montiert werden kann
  • 1,5 x 1,5 m Bewegungsfläche am Kopf und Fuß der Treppe einplanen
  • einfache Treppenform wählen, ausreichend breit
  • überstehende Stufen vermeiden
  • Material und Farbe des Treppenbelages kontrastreich wählen
  • Materialwechsel am oberen und unteren Ende der Treppe
  • Rutschhemmenden Belag wählen
  • Treppe gut ausleuchten – blendfreie Leuchten auf Augen- und/oder Kniehöhe
  • Licht über Antritten und Podesten montieren
  • Handläufe auf beiden Seiten in 85 cm Höhe, 3-4,5 cm Durchmesser,
  • Enden des Handlaufs mit Kugeln oder ähnlichem markieren (Orientierung für Sehbehinderte)
  • Kellertür vor Abgang vorsehen  
Freitag, 30.07.2010
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