Barrierefreies Wohnen - Essberreich
Schwellen innerhalb der Wohnung, enge Türen, hoher Badewannenrand – das stört niemanden, der körperlich fit ist. Und kaum jemand denkt daran, eines Tages möglicherweise nicht mehr so mobil zu sein wie heute. Oder daran, dass er wegen eines Unfalls oder einer schweren Erkrankung gehandicapt sein könnte. Da wundert es nicht, dass das Thema barrierefreies und behindertengerechtes Bauen oder Umbauen viel zu oft vernachlässigt wird. Das wollen wir ändern, deswegen heute die Fortsetzung unserer kleinen Serie.
Der Essbereich
Der Essplatz zählt zu den wichtigen Bereichen im Wohnhaus bzw. in der Wohnung. Weder ein Tresen noch ein Esstisch mit Eckbank in der Küche kann diesen Bereich ersetzen. Er sollte nicht durch Stufen oder versetzte Ebenen für Rollstuhlfahrer unerreichbar sein. Bei der Planung eines Neubaus sollten Schrägen statt Stufen eingeplant werden. Dies setzt allerdings viel Platz in der Grundfläche voraus.
Der Essplatz erfüllt mehrere Funktionen: er liegt zentral, im Einfamilienwohnhaus meistens im Erdgeschoss zwischen Küche, Wohnbereich, Treppenhaus und Flur und ist zugleich Treffpunkt aller Familienmitglieder, nicht nur zu den Mahlzeiten. Der Esstisch ist Spiel- oder Nähtisch, hier wird Zeitung gelesen, Hauaufgaben gemacht, Briefe geschrieben, häufig wird dieser Bereich auch als Büro genutzt.
Checkliste Essbereich
- Essbereich zentral und gut erreichbar anordnen
- Stabilen Esstisch wählen, Tischbeine an den Ecken verhindern Kippen beim Aufstützen
- Stabile Stühle wählen, Füße sollten nicht nach außen ragen
- Fest verlegter, pflegeleichter Boden am Essplatz
- Stolpergefahr bei nach außen stehenden Tisch- und Stuhlbeinen und an losen Teppichecken vermeiden
- Für Rollstuhlfahrer unterfahrbaren Tisch ohne Konsolen wählen: in 30 cm Tiefe muss die Kniefreiheit mindestens 67 cm betragen
- Blendfreie gute Beleuchtung
- Pendelleuchten rd. 60 cm über der Tischplatte aufhängen
- Warmweiße Lichtfarbe wählen
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