Barrierefreies Wohnen - Bad
Schwellen innerhalb der Wohnung, enge Türen, hoher Badewannenrand – das stört niemanden, der körperlich fit ist. Und kaum jemand denkt daran, eines Tages möglicherweise nicht mehr so mobil zu sein wie heute. Oder daran, dass er wegen eines Unfalls oder einer schweren Erkrankung gehandicapt sein könnte. Da wundert es nicht, dass das Thema barrierefreies und behindertengerechtes Bauen oder Umbauen viel zu oft vernachlässigt wird. Das wollen wir ändern, deswegen heute die Fortsetzung unserer im Oktober-Magazin begonnenen Serie.
Das Badezimmer
Besonderes Augenmerk sollte auf das Badezimmer gelegt werden. Früher eine nüchterne Nasszelle, heute zum Teil das hausinterne Fitnesscentrum. Wo irgend möglich, sollte von vornherein ein großzügiges Bad ggf. mit Zusatzfunktionen geplant werden. Eine ausreichende Größe kommt den Nutzern im Alter zu Gute, denn große Bäder lassen sich problemlos für Pflegebedürftige und Behinderte umbauen. Körperpflege spielt mit zunehmendem Alter bei Krankheit, Pflegebedürftigkeit und Immobilität eine wichtige Rolle. Später wird das Badezimmer vielleicht zu einem Therapieplatz. Vorausschauend planen heißt, von vornherein ein größeres Bad vorsehen. Mehr Platz bringt z. B. der Umbau eines nicht mehr benötigten Kinderzimmers zum Großbad oder die Erweiterung des bestehenden Bades durch einen benachbarten Raum.
Eine Dusche, die ebenerdig angebracht ist, eine Badewanne mit Einstiegshilfe oder sogar mit einer Tür, Haltegriffe an der Dusche, Wanne und Toilette sind nur ein paar Details. Ein rutschfester Bodenbelag, die richtige Höhe für die Sanitärobjekte und das Anbringen der Schränke in entsprechender Höhe sind weitere Punkte, auf die geachtet werden muß.
Geschickt gemacht ist das Bad nach dem Umbau trotz Einbau dieser Hilfen attraktiver als vorher und kein Gast käme auf die Idee, dass dahinter ein persönliches Problem steht. Umbauten sollten in jedem Fall so geplant werden, dass später ein barrierefreies Leben möglich ist. Auch auf Kleinigkeiten ist zu achten. So sollten Lichtschalter in einer Höhe von ungefähr 85 cm angebracht werden und Fenster- und Türgriffe auch für Rollstuhlfahrer erreichbar sein.
Noch mehr Informationen aus kompetenter Hand erhalten Sie bei einem Besuch bei kom.fort Beratung für barrierefreies Bauen und Wohnen. Landwehrstraße 44, 28217 Bremen, Tel. 790110. In der Ausstellung finden Sie auch entsprechend eingerichtete Bad Ideen.
Badezimmer
- Die Bewegungsfläche vor allen Sanitärobjekten muß ausreichend groß sein. Für Rollstuhlfahrer mindestens 1,5 x 1,5 m,
- Bodengleiche Duschwannen mit einer möglichst geringen Absenkung von 1-1,5 cm.
- Duschabtrennung so wählen, dass auch diese ohne Einstiegsschwelle auskommt.
- Höhenverstellbare Duschköpfe vorsehen.
- Thermostate und Armaturen in 85 cm Höhe anbringen lassen, 50 cm von der Wandecke entfernt. Es sollten Einhebelmischbatterien mit Temperaturbegrenzung vorgesehen werden.
- Duschwanne ausreichend groß dimensionieren und Vorrichtung für die spätere Montage einer Sitzgelegenheit einplanen.
- Wenn zunächst auf eine Wanne verzichtet wird, sollte trotzdem Platz eingeplant werden für einen nachträglichen Einbau mit einem Lifter.
- Rutschfester Bodenbelag.
- WC mit ausreichend Platz rechts und links des Beckens montieren. Für den nachträglichen rollstuhlgerechten Umbau müssen auf einer Seite 95 cm Bewegungsfläche bleiben, auf der anderen 30 cm.
- Waschtische mit Unterputz oder Flachaufputz-Syphons versehen, damit sie mit Rollstühlen unterfahrbar sind.
- Entweder bodentiefe große Spiegel vorsehen, die direkt auf die Wand montiert werden können oder aber Kippspiegel in ausreichender Größe.
- Wände massiv ausbilden, damit später Haltegriffe, Stütz- und Hebevorrichtungen sicher montiert werden können bzw. von vornherein Adapterlösungen vorsehen.
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